Geschichte unserer St. Petrus und Anna Kirche

Es war nicht wirklich ein Tag der Freude, als am 20. Februar 1968 der Abriss der St.Petrus – Kirche begann. Es tat schon weh, die Kirche Stück für Stück verschwinden zu sehen. Die Kirche, die 1952 geweiht, zu einem Stück Heimat geworden war.

Wie lange wurde geplant, ge-rechnet, der Kirchenbauverein gegründet, ein Grundstück erworben, bis 1949 zum Teil in mühevoller Eigenarbeit die Kirche errichtet werden konnte. Wie lange wurde gespart, um die Inneneinrichtung zu vollenden! 1961 wurden drei neue Glocken geweiht, sodass im erweiterten Glockenstuhl nun fünf Glocken zum Gottesdienst riefen. 1963 wurde dann die Taufkapelle an der Rückseite der Kirche fertiggestellt. Schon 1962 war der Taufbrunnen aus spani-schem Marmor in die Kirche gekommen. Einsatz und Deckel gestaltete ein heimischer Künstler in mühevoller Kleinar-beit. Auch der dann erworbene Oster-leuchter stammt von ihm. Sowohl Taufbe-cken als auch Osterleuchter werden ihren Platz in der neuen Kirche finden. 1964 wurde sogar noch eine neuwertige Orgel erworben, der ganze Stolz der Gemeinde. Und das alles sollte nun dem Erdboden gleich gemacht werden?

Mittlerweile war die Gemeinde auf über 2000 Mitglieder angewachsen und auch die steigenden Kurgastzahlen wirkten sich aus. Kirche und Gemeinderäume waren einfach zu eng geworden. So musste die Gemeinde schweren Herzens einwilligen, eine neue größere Kirche zu bauen und bald in Besitz zu nehmen. Auch in der Hoffnung, dass mit der größeren Kirche auch der Glaube wachsen möge!

Grundsteinlegung der "alten" Kirche 1950

Wieso heißt unsere Kirche eigentlich St. Petrus und Anna? Normalerweise haben katholische Kirchen doch nur einen Namenspatron: St. Michael, St. Marien, St. Josef. Doppellungen gibt es höchstens bei St. Peter und Paul. Aber die Apostelfürsten gehören für uns halt untrennbar zusammen. Auch wenn sie zu Lebzeiten nicht immer ein Herz und eine Seele waren, so feiern wir heute dennoch am 29. Juni ihren gemeinsamen Gedenktag. Doch St. Pet-rus und Anna, wie passen die zusammen? Zwar haben beide in etwa zur selben Zeit gelebt, doch gekannt haben dürften sie sich wohl nicht: Anna, die Großmutter Jesu, und Petrus, der immer etwas voreilige Jünger, den Jesus zum ersten Papst er-nennen sollte. Und in dieser Funktion liegt der Schlüssel zur Erklärung.

Mit viel Enthusiasmus und Eigenleistung wollten die Laaspher Katholiken der Notsi-tuation ein Ende bereiten und eine eigene Kirche erbauen. Doch trotz Kirchbauverein, die Mittel, die zusammenkamen, reichten einfach nicht aus. Und jetzt kommt der Papst ins Spiel. Aus Anlass des Heiligen Jahres 1950 hatte Pius XII, der vor seiner Wahl Apostolischer Nuntius in Deutschland war, Gelder für den Aufbau von Kirchen zur Verfügung gestellt. Davon konnten auch die Laaspher profitieren. So wurde die neue Kirche, wie der unbekannte Verfasser der Chronik stolz beschreibt, die erste Papstkirche in der Erzdiözese Paderborn. Zum Dank für diese großartige Hilfe wurde St. Petrus zum Schutzpatron erkoren.

Grundsteinlegung der neuen Kirche, wie wir sie kennen.

Und St. Anna? Sie war die Schutzpatronin der früheren katholischen Kirche, der seit der Reformation evangeli-schen Stadtkirche. Um trotz Neubeginn Kontinuität zu wahren, wurde St Anna zweite Patronin der neuen Kirche.

„… Denn der frierende Heilige ist niemand anderes als Petrus, der den Himmelsschlüssel fest umklammert.“

Als dann nach nur 18 Jahren die kleine Kirche der größeren, die bald 50jähriges Weihejubiläum feiert, weichen musste, wurden die Namenspatrone übernommen. Der erste Patron hängt sogar als Relief am Kirchturm. Denn der frierende Heilige ist niemand anderes als Petrus, der den Himmelsschlüssel fest umklammert. Übrigens: die heutige Kirche ist die Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus und Anna in Bad Laasphe. Bei der Namensgebung, damals 1950, schmückte dieser Name nur die Kirche der Kuratiegemeinde Laasphe in der Pfarrei Bad Berleburg.

Einige Laaspher Gottesdienstbesucher er-innern sich bestimmt noch an die Zeit, als die neu erbaute St. Petrus und Anna Kirche von außen eher einem Schwimmbad als einer Kirche glich. Es fehlte der Turm , der erst zwanzig Jahre später gebaut werden sollte, und somit fehlten auch die Glocken. In all den Jahren waren es unsere evangelische Geschwister, die wie wir sonntags um 10 Uhr Gottesdienst feierten und somit auch für uns die Gemeinde zum Gottesdienst rief.

Doch auch schon vorher hatten die Laas-pher Katholiken ihren Geschwistern viel zu verdanken. Als 1939 der Saal im Wittgensteiner Hof, den die wenigen damals hier lebenden Katholiken sich zur Kapelle umgebaut hatten, total ausbrannte, kündigte der Hotelbesitzer den Vertrag. Die kleine katholische Gemeinde stand buchstäblich auf der Straße.

Es war die evangelische Kirchengemeinde, die spontan den Raum in der alten Kirchschule zur Verfügung stellte. Und als durch die Eva-kuierungen der letzten Kriegszeit die Mit-gliederzahl der Katholiken anstieg, durfte ab 1944 die Heilige Messe sonntags in der Stadtkirche gefeiert werden. Auch alle gro-ßen Ereignisse wurden dort gefeiert: 1947 die Firmung durch Bischof Baumann und am 1. September 1949 die Primiz des aus Laasphe stammenden Priesters Günther Schmidt. Ein großes Ereignis für die damalige Gemeinde

Spatenstich zum Baubeginn der "alten" St. Petrus und Anna Kirche

1950 erbaute die durch Zuzug vieler Hei-matvertriebener größer gewordene Ge-meinde ein eigenes Gotteshaus in der Gartenstraße. Nun riefen zwei Glockengeläute sonntags zum Gottesdienst. Die aufstrebende Kurstadt Laasphe vergrößerte sich und auch die Zahl der Kurgäste stieg an. Und damit auch die Anzahl der Katholiken.

Wieder war die Kirche zu klein geworden. Und die Gemeinde beschloss schweren Herzens, eine neue. größere, moderne Kirche zu bauen. Was lag näher als in der Zeit des Über-gangs Asyl in der evangelischen Stadtkirche zu suchen? Zwei Jahre dauerte die Bauzeit und manche Katholiken, die ihre Kindheit in Laasphe verbracht haben, können sich noch gut an ihre Erstkommu-nionfeier in der evangelischen Stadtkirche erinnern.

Entwicklung von Beginn bis heute

Orgelbau

1968

Baubeginn. Architekt: Aloys Sonntag aus Siegen Fensterfronten nach Entwurf von Ludwig Schaffrath, gefertigt von Glasmanufaktur Oidtmann, Linnich

1969

14. Dezember, 15.00 Uhr feierliche Kirchweihe und Indienststellung durch Kardinal Lorenz Jäger Inventar: Altar, Ambo, Taber-nakelstele, Marienpodest; Tabernakel von Josef Jost aus Schlangenbad Aus der1950 erbauten und 1967 abgerissenenen St. Petrus und Anna Kirche I: Taufbecken, Osterleuchter von G. Scholz aus Aue-Wingeshausen) und eine Kopie der Hallgarten-Madonna (stand schon im Wittgensteiner Hof)

1972

St. Petrus und Anna wird selbständige Pfarrei! Hängekreuz, Altarleuchter und die Türgriffe (alles von Josef Jost)

1981

Petrus- Halbplastik an der Seite zur Gartenstraße, Kreuz auf dem Dach, beides ebenfalls Arbeiten von Josef Jost

1983

Einbau der größten Orgel Wittgensteins durch Orgel-bau Lothar Simon aus Borgentreich Orgelweihe am 4. Oktober

1988

Turmbau (mit integriertem Aufzug), Petrus-Plastik kommt an den Turm

1989

Glockenweihe der neuen Bronzeglocken (abgestimmt auf das Geläut der evangelischen Stadtkirche): Christus, Petrus, Anna, Hedwig Maria

2001

Renovierung: “Kapellen” um Taufbecken und Tabernakel, Orgelpult wandert nach links , „Marienecke“ mit vier kurzen Bänken, Altar, Ambo;Tabernakel und Taufbecken werden optisch durch dunkle Steinplatten hervor-

gehoben, ebenso die Ränder der Altarstufen. Die Orgel bekommt einen Um- und Unterbau und wird neu intoniert, es kommen weniger Bänke in die Kirche, neue Sedilien, Sitzpolster und Weihwasserbecken. Sakristei wird neu eingerich-tet.

2007 Der Kreuzweg (Ernst Sub-erg, Olsberg) aus der im Juni abgerissenen Feudinger St. Michelskirche wird in die St. Petrus- Kirche inte-griert.

2010 Im Herbst werden die Außentrep-pe und die Außenanlagen erneuert.

2013 Die Feudinger Schutzmantelmadonna kommt nach der Restaurierung mit neuem Sockel in die Marienecke; die alte Hallgar-tenkopie wandert ins Gemeinde-haus.

 

Vikar Ludger Wachtmeister
1965 – 18. März 1979
Pfarrer L. Wachtmeister ab 1. August 1972
Pfarrer Franz Tiwi
6. Sept. 1979 – 4. Sept. 2005
Pfarrer Bernhard Lerch
4. September 2005 -

Gemeindereferentinnen:

 

Hedwig Lüning 1961- 1990

 

Heide Haunschmid 1992 - 2001

 

Rosemarie Biedermann 2001 - 2017

 

Barbara Marburger 2017 –

 

 

Küster:

 

Hedwig Lüning 1969 -1990

 

Rainer Skudelny 1990 -1997

 

Bernhard Kuhr 1997 -2000

 

Rita Krasel 2000 -2018

 

Küsterteam 2018 -

 

Zahlensymbolik in unserer Kirche

Von außen ist es gar nicht so gut zu erkennen, dafür umso besser von innen: Unsere Kirche hat sieben Schiffe; auch unse-re Orgel hat sieben Werke für die Orgelpfeifen. Sieben ist in der Symbolsprache der Reli-gion die Zahl der Fülle und Vollkommenheit. In sieben Tagen hat Gott die Welt erschaffen, mit sieben Siegeln ist das Buch verschlossen, das am Ende der Zeit geöffnet wird (Off 5,1f). Sieben Bitten enthält das Vater unser, es gibt sieben Sakramente, sieben Gaben des Heiligen Geistes, sieben Werke der Barmherzigkeit.. Sieben ist auch die Addition von drei und vier, der göttlichen Drei (Dreifaltigkeit) und der weltlichen Vier, der Zahl des ganzen Kosmos, der Himmelsrichtungen, der Elemente, der Jahreszeiten. Unser Tabernakel ist an drei Seiten mit 27 erhabenen Kugeln geschmückt. 27 ist die Potenz der göttlichen Drei. In der gesamten Bibel wird der dreimal heilige Gott ge-ehrt, Gott wird in drei Personen verehrt,

Sterndeuter bringen drei Gaben, nach drei Tagen wird Jesus auferstehen. Von ganz besonderer Symbolkraft ist das Kreuz über dem Altar. Es zeigt die heilige Stadt, das neue Jerusalem, wie sie Johan-nes in der Offenbarung (21,9-114) be-schreibt. In der Mitte des Kreuzes die Stadt, viereckig, das Zeichen der Vollkommenheit. Diese Stadt ist von einer großen, hohen Mauer umgeben. In der Mitte dieser Stadt ist Christus, symbolisiert durch die dicke Kugel, die vier Kugeln an den Ecken die vier Evangelisten. Um die Chris-tuskugel sind zwölf Kugeln angeordnet, die auf die zwölf Grundsteine verweisen, auf denen die Namen der Apostel ver-zeichnet sind. Die Stadt hat zwölf Tore, je drei nach Osten, Norden, Süden und Wes-ten. In unserem Kreuz angedeutet in den je drei Rosetten auf den Kreuzbalken. Auch die Zwölf ist eine vollkommene Zahl. In ihr kommt die göttliche Drei viermal vor und die weltliche Vier dreimal. Die Zwölf bestimmt unsere Zeit; in der Bibel gibt es die zwölf